Ordo Fratrum Minorum Capuccinorum

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updated 6:50 PM CET, Jan 24, 2020

Der neue Kapuziner-Kardinal

Der neue Kapuziner-Kardinal
S. E. Mons. Fridolin Ambongo Besungu, OFMCap

Papst Franziskus hat für den 5. Oktober ein Konsistorium zur Kreierung neuer Kardinäle einberufen. Das kündigte er letzten Sonntag im Anschluss an sein Mittagsgebet an. Unter den dreizehn neuen Kardinälen sind Kurienmitarbeiter, aber auch Erzbischöfe der Weltkirche sowie drei verdiente emeritierte Kirchenmänner.

S. E. Mons. Fridolin Ambongo Besungu, OFMCap – Erzbischof von Kinshasa (Demokrat. Republik Congo)

Geboren am 24. Januar 1960 in Boto, Diözese Molegbe. Nachdem er im Seminar von Bwamanda die Kurse für Philosophie und im Institut Saint Eugène de Mazenod jene für die Theologie durchlaufen hatte, legte er 1981 die erste Profess im Orden der Minderbrüder Kapuziner ab und die Ewige im Jahr 1987. Zum Priester geweiht wurde er am 14. August 1988. Das Doktorat in Moraltheologie erhielt er an der Akademie “Alfonsianum” in Rom.

Nach der Priesterweihe war er Pfarrer in Bobito (1988-1989), dann Professor an der Katholischen Universität von Kinshasa; Höherer Oberer und Vize-Provinzial der Brüder Kapuziner der Vize-Provinz der Demokratischen Republik Congo, Präsident der Nationalversammlung der Höheren Oberen (ASUMA) sowie der Konferenz der Minderbrüder Kapuziner in Afrika (CONCAU).

Zum Bischof von Bokungu-Ikela ernannt, empfing er die Bischofsweihe am 6. März 2005. Darüber hinaus war er Apostolischer Administrator von Kole, Präsident der Bischöflichen  Kommission «Gerechtigkeit und Frieden» sowie Apostolischer Administrator von Mbandaka-Bikoro, bevor er am 12. November 2016 zum Erzbischof dieser Erzdiözese ernannt worden ist.

Seit Juni 2016 ist er Vizepräsident der Nationalen Bischofskonferenz im Congo (CENCO).

Am 6. Februar 2018 ernannte ihn der Heilige Vater Franziskus zum Koadjutor des Erzbischofs der Erzdiözese Kinshasa und neun Monate später, am 1. November 2018, übernimmt er selber das Amt des Erzbischofs dieser Diözese.

 

Die Herkunft der neuen Kardinäle sei Ausdruck der „missionarischen Berufung der Kirche“, die damit fortfahre, die „barmherzige Liebe Gottes allen Menschen auf der Welt zu verkünden“, so der Papst, bevor er die Namen der neuen Kardinäle aufzählte.

In den Kardinalsrang erhoben werden demnach die Kurienmitarbeiter Miguel Ángel Ayuso Guixot, Präsident des vatikanischen Dialogrates, der portugiesische Dichter und Kurienerzbischof José Tolentino de Mendonça, seit vergangenem Juni Archivar und Bibliothekar der Heiligen Römischen Kirche, sowie der Jesuit Michael Czerny – er ist im Dikasterium für die Förderung der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen zuständig für die Sektion Migranten und Flüchtlinge, deren Leitung der Papst sich selbst vorbehalten hat.

Im europäischen Raum dürfte vor allem die Erhebung des COMECE-Vorsitzenden Jean-Claude Hollerich in den Kardinalsstand für Aufsehen sorgen. Der Luxemburger Erzbischof steht der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft seit März 2018 vor.

Doch auch mit diesem Konsistorium bleibt der Papst seiner Linie treu, Kardinäle aus den Peripherien der Welt zu berufen. Neben dem Erzbischof von Jakarta (Indonesien), Ignatius Suharyo Hardjoatmodjo und dem Erzbischof von Kinshasa (DR Kongo), Fridolin Ambongo Besungu, werden in Zukunft auch der Erzbischof von Huehuetenamgo (Guatemala), Álvaro Leonel Ramazzini Imeri, der Erzbischof von Rabat (Marokko), Cristóbal López Romero, sowie der Erzbischof von San Cristóbal de la Habana (Havanna), Juan de la Caridad García Rodríguez, das Kardinalsrot tragen.

Auch ein italienischer Erzbischof darf sich über die Erhebung in den Kardinalsstand freuen: Matteo Zuppi, der Erzbischof von Bologna, schließt die Liste der künftigen wahlberechtigten Kardinäle ab.

Des Weiteren wolle er aufgrund ihrer Verdienste um die Kirche auch drei emeritierte Kirchenmänner ins Kardinalskollegium berufen, so der Papst bei seiner Ankündigung. Alle drei haben die Altersgrenze von 80 Jahren bereits überschritten und werden deshalb nicht an der nächsten Papstwahl teilnehmen:

Dies sind Michael Louis Fitzgerald, der ehemalige Präsident des Rates für Interreligiösen Dialog, Sigitas Tamkevičius, der emeritierte Erzbischof von Kaunas (Litauen) und Eugenio Dal Corso, emeritierter Bischof von Benguela (Angola).

Derzeit zählt das Kardinalskollegium 215 Mitglieder, von denen 118 wahlberechtigt sind. Am 5. Oktober, nur einen Tag vor dem Beginn der Sonderversammlung der Bischofssynode zum Amazonas, wird der Papst die designierten Kardinäle in den Kardinalsstand erheben, das Kollegium wird somit 128 Papstwähler umfassen: Bereits im Lauf des Monats Oktober werden allerdings aufgrund des Erreichens der Altersgrenze vier Kardinäle, darunter auch der Vorgänger des nun zum Kardinal erhobenen Erzbischofs von Kinshasa, Laurent Monsengwo Pasinya, sowie der ehemalige Präfekt der Bildungskongregation Zenon Grocholewski, aus dem Kreis der Papstwähler ausscheiden.

Konsistorien zur Kreierung neuer Kardinäle werden stets ohne Vorankündigung durch den Papst bekannt gegeben, selbst die designierten Kardinäle werden in der Regel nur sehr kurzfristig über ihre Ernennung informiert.

Vatican News

Letzte Änderung am Mittwoch, 25 September 2019 19:28