Ordo Fratrum Minorum Capuccinorum

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updated 3:57 PM CET, Dec 10, 2019

Logo der Generalkurie der Kapuziner

Zeichen waren schon immer wichtige Mittel der Kommunikation. Die Traditionen der Ordensgemeinschaften verfügten immer über eigene Symbole. Am Wappen des Franziskanerordens konnte man die Söhne des hl. Franziskus in der ganzen Welt erkennen. Seit 2009 verfügt auch die Generalkurie der Minderen Brüder Kapuziner über ein eigenes Logo, das unterdessen überall anerkannt ist. Es ist auch das Logo der Website der Kurie, ebenso die seiner mobilen Anwendungen und der verschiedenen sozialen Kanäle, mit deren Hilfe die Kurie mit der Welt kommuniziert. Wir stellen hier eine kurze Geschichte und Erklärung des Logo vor, wie sie der Gestalter des Logos selber erörtert.

„Als ich daran ging, für die Generalkurie der Kapuziner ein Logo zu entwickeln, wurde mir bewusst, dass das Problem darin bestand, zwei verschiedene Sehweisen miteinander zu verbinden. Auf der einen Seite gab es eine lange Tradition, die mit dem hl. Franziskus ihren Anfang genommen hat und in einer Symbolik sich verfestigt hatte; sie beinhaltete das Tau-Zeichen, in sich ein geheimnisvolles Zeichen, mit seinen Farben, und zwei gekreuzten Armen; aber gleichzeitig sollte auch das Charisma des Ordens sich ausdrücken: Kontemplation, Armut, Brüderlichkeit und Apostolat.

Andererseits musste man daran denken, dass der moderne Benutzer, sich mit dem neuen Logo identifizieren kann. Es ging darum, ein „modernes“ Logo zu schaffen mit einer wesentlichen, symbolischen Form, wobei die Botschaft möglichst gut bewahrt bleiben soll.

Bei der Zusammenstellung des Logo bin ich auf zwei symbolische Elemente gestossen: das Tau, das bedeutet eine Rückkehr zu den Quellen und der Basis der Symbolik, und die Rückkehr zum Siegelring des Franziskus, der wirkt wie eine persönliche Unterschrift. Das Tau habe ich verwendet nach einer Meditation der vieldimensionalen, biblischen und griechischen Symbolik; das andere: ein Rückbezug auf das Charisma der Armut, in diesem Fall habe ich mich vor allem konkret auf die Form des Zeichens bezogen.

Logo TauDie Einfachheit erlaubt es oft nicht, die ganze Botschaft und ihre Symbolkraft zum Ausdruck zu bringen. In diesem Fall schliesst das Tau als einfache Form, die entsteht, wenn man die Vertikale und die Horizontale sich kreuzen lässt, ihren Symbolgehalt in einen Kreis der Insider ein; für die Aussenseiter bleibt es der Buchstabe „T“ und nicht mehr.

Das dritte Element: die Arme. Sie mit dem Zeichen des Tau zu  verbinden, auch in reduzierter Form, liess nur eine Interpretation zu, aber das Logo wurde lastender und in der Form komplizierter.

Also, Einheit in der Verschiedenheit. Es ging darum, in einer einzigen Gestalt zwei Symbole in deren Besonderheiten zusammenzubringen. Das Zeichen Tau, das aus der Geste der zwei Arme herauswächst. Ein sich Hinneigen zu den oben erwähnten Elementen und ein sich Ausrichten auf den Höchsten, mit einem Bezug zum Charisma der Kontemplation. Das Aufbrechen der vertikalen Elemente ermöglichte etwas an Dynamik zu gewinnen; es scheint als wollten sie einen Schritt machen, was auf das Apostolat hinweist.

Es geht um eine neue Kommunikation, die von einem so zusammengesetzten Logo ausgehen kann; sicher nicht einzigartig. Und „da ist nun“der dunkle Teil, auf der linken Seite: „Denken wir an die Vergangenheit“. Der statische, vertikale Teil, „Gehen wir auf die Zukunft hin“, der weisse Arm, nach rechts gerichtet. Eine kleine Regung des Gemüts nach oben: wir wenden uns stets an den Höchsten und umarmen ihn.

Das letzte symbolische Element, seit allem Anfang der Bearbeitung des Logos, ist seine Farbe: Das Kastanienbraun, das auf den Habit der Kapuziner hinweist. Die Farbe wurde eher hell und warm gewählt, so ist sie für die mediale Verwendung um einiges „freundlicher“.

Wie man das Logo lesen und verstehen wird, das wird die Zeit erweisen; es wird auch dazu kommen, was dem Symbol im täglichen Gebrauch und bei seiner Verwendung in den verschiedenen medialen und kulturellen Bereichen zuwächst.

Das neue Logo der Generalkurie OFMCap wurde geschaffen, um dem Generalkurie nach Innen eine sichtbare Identifikation zu ermöglichen, dann aber auch nach Aussen. Das neue Zeichen hat nicht die Absicht, das gegenwärtige Wappen zu ersetzen. Dieses bleibt auch weiterhin auf den offiziellen Dokumenten als offizielles Siegel des Ordens. Das neue Logo ist ein Logo, das „helfen“ und „fördern“ soll.

Die moderne Zeit mit ihrer Beschleunigung der Zeit und der Globalisierung des Lebens überschütten uns mit einer Flut von Informationen, besonders im visuellen Bereich. Sie bringen es mit sich, dass auch die Zeit verkürzt wird, in der wir das Logo betrachten und seinen Gehalt bloss in einem Bruchteil von Sekunden wahrnehmen. Es bleibt nur  die Zeit für ein flüchtiges Anschauen in einem verschwindend kleinen Augenblick. Das hat uns dazu gebracht, dass wir die Gestalt, die Information und die Botschaft, die wir geben wollten, auf ein Minimum reduziert haben und gleichwohl visuell uns so geben mussten, dass man sich das Logo leicht merken kann. Das Logo funktioniert in einem Raum, der sichtbar ist. Deshalb steht es nicht nur in Auseinandersetzung mit anderen Bildern verschiedenster Art. Es muss sich auch auseinandersetzen mit Logos, die in ähnlicher Weise konstruiert wurden und die möglichst lange im Gedächtnis der Empfänger haften bleiben wollen.

Andrzej-Ludwik Włoszczyński

Künstler, Graphiker, Entwerfer des Logo.
www.e-alw.com

Szkic Tau

Letzte Änderung am Montag, 11 November 2019 21:54