Ordo Fratrum Minorum Capuccinorum

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updated 5:37 PM CET, Nov 24, 2020

Pontianak verantwortlich für Ost Timor

„Nachdem der Generalminister die Zustimmung der Provinzialminister und der Räte der Provinzen Portugal und Pontianak (Indonesien) eingeholt, nachdem er die Höheren Oberen der Konferenz der iberischen Kapuziner (CIC) und der Konferenz der Provinzialminister der Kapuziner der pazifisch und asiatischen Konferenz (PACC) angehört und das beachtet hat, was nach dem Recht zu beachten ist (vgl. Konst 119, 1.3; OG 8/25), hat er die Zustimmung seines Rates an der Sitzung vom 21. November 2019 erhalten und beschlossen, die Verantwortung für die Präsenz der Minderen Brüder Kapuziner auf Ost Timor, die bisher. bei der Provinz Portugal lag, auf die Provinz Pontianak in Indonesien zu übertragen.“

Mit diesen Worten und dem Dekret des Generalministers, P. Robert Genuin, wurde am späten Nachmittag des 9. Februars in Laleia, in der Stadt, in der die Kapuziner ihre erste Niederlassung auf Ost Timor begründet hatten, die Übertragung der Verantwortung von einer Provinz auf eine andere proklamiert: nämlich von der Provinz Portugal auf die Provinz Pontianak. Nach der Verlesung des Evangeliums in einer Eucharistie, an der alle Brüder teilnahmen, wurde unter dem Vorsitz von P. Victorius Dwiardy, Generalrat der PACC, das Dekret des Generalministers (Prot. Nr. 00051/20) verlesen. Vorgetragen wurde das Dekret vom Provinzialminister von Pontianak, P. Hermanus Mayong, in englischer Sprache, von P. Fernando Alberto, Provinzialminister von Portugal in portugiesischer Sprache. In der nachfolgenden Homilie nahm P. Victorius die Gelegenheit wahr und erläuterte mit Bezugnahme auf das Tagesevangelium den Weg, den man bisher bis zu diesem historischen Ereignis gegangen war: Über 16 Jahre war die Kapuzinerpräsenz in Ost Timor von der portugiesischen Provinz getragen worden. Dieser Weg muss weitergehen, jetzt unter der Verantwortung der Provinz von Pontianak. Es geht darum, Salz der Erde und Licht der Welt zu sein und das Charisma der Kapuziner in diesem Gebiet der aufgehenden Sonne zu leben.

Die Übertragung der Verantwortung von einer zur anderen Provinz bedeutet nicht, dass die portugiesische Provinz sich von dieser Mission, die sie im Jahr 2003 begonnen hat, zurückzieht. Im Gegenteil, sie ist sich bewusst, dass sie im Mass ihrer Möglichkeiten, der riesigen Anfrage der Portugiesen und deren Sprache gerecht werden und ihre Präsenz unter diesen Menschen aufrecht erhalten müsse, die emotional und auch faktisch an Portugal gebunden sind. Darüber hinaus muss die Bereitschaft der portugiesischen Brüder, in die Mission in „diesen anderen Teil der Welt“ zu gehen, aufrecht erhalten bleiben,  und ebenso die Bereitschaft zur Zusammenarbeit unter den verschiedenen Gruppen von Missionaren, denen die Seelsorge an den christlichen Gemeinden anvertraut ist.

Im Dekret des Generalministers kann man eine kurze Zusammenfassung der Geschichte der Kapuzinerpräsenz auf Ost Timor und der Massnahmen nachlesen, die zur Übertragung der Verantwortung an eine andere Provinz geführt haben.

Mit der Kapuzinerpräsenz auf Ost-Timor hat die Provinz Portugal im Jahr 2003 begonnen, und zwar in der Gemeinde Laleia, Distrikt Manatuto, Diözese Baucau.

Von allem Anfang an haben die ersten Missionare neben ihrer Arbeit in Präsenz und Evangelisation als erstrangige Aufgabe damit begonnen, den Orden der Kapuziner einzupflanzen. Mit nur geringen materiellen Strukturen und  sparsamsten Mitteln haben sie junge Männer aufgenommen, die Brüder Kapuziner werden wollten. Im Jahr 2006 wurde in Dili in einem gemieteten Haus eine neue Fraternität errichtet; zu Beginn des Jahres 2009 wurde sie dann nach Tibar, Liquiça, Diözese Maliana verlegt; dort hatte man in der Zwischenzeit ein Kloster gebaut.

Neben dem Einsatz für den Nachwuchs des Ordens tragen die Brüder die Verantwortung für die Seelsorge in Laleia (Pfarrei) und Tibar; daneben betreiben sie auch einige soziale Projekte, vor allem in Laleia.

Von allem Anfang an war sich die portugiesische Provinz im Klaren, dass sie aus eigenen Kräften die Präsenz in Ost Timor nicht voranbringen könne. So bemühte sie sich nach kurzer Zeit um die Mitarbeit anderer Ordensbezirke. Es begann mit der Provinz Baia-Sergipe, dann folgte die Provinz Pontianak, die Provinz Australien und schliesslich die Kustodie Sibolga.

Das XVIII. Kapitel der Provinz Portugal, das vom 24. - 28. April 2017 abgehalten wurde, fasste den Beschluss: „Der Provinzrat ersucht den Generalminister, alles Nötige zu unternehmen, um die juristische Verantwortung für Ost-Timor auf einen anderen Ordensbezirk zu übertragen (Antrag 11, Paragraph c). Der Provinzialminister von Portugal hat im Gefolge dieses Beschlusses mit einem Schreiben vom 7. Juni 2017 den Generalminister ersucht, den Ablösungsprozess an die Hand zu nehmen. Der Generalminister hat dann die Provinz Pontianak angefragt; diese hat sich bereit erklärt, die Verantwortung für die Präsenz des Ordens in Ost-Timor zu übernehmen.

Fonte: https://www.capuchinhos.org

Letzte Änderung am Dienstag, 18 Februar 2020 16:49
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