Ordo Fratrum Minorum Capuccinorum

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updated 6:10 AM CEST, May 18, 2019

Indische Kapuziner engagieren sich für Friede, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung

Kotagiri: Die Kapuziner Indiens haben beschlossen, Friede, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung in ihr Leben und in ihren Dienst zu integrieren.

Am Ende eines einwöchigen nationalen Workshops mit einem vom Büro der Internationalen Kommission für Friede, Gerechtigkeit und Versöhnung angebotenen Kurs fassten sie in der Brüdergemeinschaft von Kotagiri, Tamil Nadu, diesen Entschluss.

21 Kapuziner aus verschiedenen Provinzen und Regionen Indiens haben vom 2. - 8. Mai 2016 an diesem Kurs teilgenommen: Ziel des Kurses war es, die Teilnehmer in die Lage zu versetzen, dass sie anderen Brüdern behilflich sein können, sich in Indien für GFS einzusetzen.

Br. Benedikt Ayodi OFMCap aus der Provinz Kenia, Verantwortlicher für das Büro GFS in Rom, eröffnete die Arbeiten mit der Mahnung, die Mitbrüder sollen sich der Probleme des Volkes, besonders der Armen und Ausgegrenzten,  annehmen, auf allen Ebenen für deren Recht eintreten, mitbauen am Frieden und sich einsetzen für die Umwelt, die von verschiedensten Seiten her bedroht ist.

Die Priester in Kenia haben verschiedene Kurse durchgeführt und die Teilnehmer ermuntert, dem Beispiel der Kapuziner und anderer Franziskaner zu folgen, die sich im Bereich GFS so einsetzen, wie Papst Franziskus es von der Kirche erwartet.

Der indische Kapuziner Br. Jacob Kani, früherer Herausgeber der Wochenzeitschrift Indian Currents, der jetzt die Zeitschrift Youth Action herausgibt und in der siebenköpfigen Kommission GFS den asiatischen Kontinent vertritt, hat diesen Kurs organisiert. Er gab zu bedenken, dass es sich bei GFS nicht um etwas handelt, das man auch noch tun kann. GFS ist ein integraler Bestandteil des Lebens und der Sendung eines jeden Kapuziners. Die Werte von GFS gehören zum Ausbildungsprogramm des Ordens. Er gab Einblick in die Arbeitsweise der Kommission: „Informieren, inspirieren, integrieren“. Ähnliche Kurse fanden bereits statt in Quito (Ecuador) und Cebu (Philippinen), Europa und Afrika. In Amerika wird noch dieses Jahr ein Kurs durchgeführt.

Teilnehmer am Kurs waren auch: Br. Nithiyya OFMCap, P. Mascarenhas SJ und Sr. Mariola von den Bethanienschwestern. Mit ihrer Hilfe haben die Teilnehmer erarbeitet, wie Aktivitäten im Rahmen von GFS durchgeführt werden können. Die Teilnehmer wurden in die Lage versetzt, vom karitativen Handeln hinüberzuwechseln zu Aktivitäten von GFS, die auf dem Respekt vor den Menschenrechten beruhen.

Die neuen Gesetzgebungen wie etwa das Recht auf Information, auf Ausbildung und auf Nahrung bieten Ordensleuten, die auf soziale Probleme sensibilisiert sind, reiche Gelegenheit, sich dort, wo sie wohnen, für die Rechte und die Würde der Armen einzusetzen.

Die Teilnehmer haben eine nationale Koordinationsgruppe GFS eingesetzt, die in den verschiedenen Provinzen und Regionen die Entwicklung weiterer Projekte fördern soll.

Die Teilnehmer gaben ihre Zustimmung zu Initiativen der GFS, weitere ähnliche Kurs durchzuführen, und zwar für indische Kapuziner, die mit traditionellen Aufgaben befasst sind, etwa in den Schulen, in Sozialarbeit oder anderen Bereichen. Einige Brüder arbeiten auch in den Massenmedien oder in der Publikation von Schriften.

Verschiedene Teilnehmer vertraten die Ansicht, man müsse das frühere Paradigma für die Arbeit der Ordensleute ändern: sie sollten ihre Aufmerksamkeit auf die Armen und Ausgegrenzten von heute richten. Das geistliche Leben und der aktive Einsatz müssten dem Beispiel Jesu, dem des hl. Franz von Assisi und dem von Papst Franziskus folgen. Das Ordensleben müsse zu einem Zeichen der Hoffnung angesichts der Bedürfnisse der Zeit werden.

Die Kapuziner machen in Indien den zweitgrössten franziskanischen Orden aus.  Sie sind bekannt für die Pionierarbeit, die sie in entlegenen Gebieten des Kontinents leisten. Sie sind in 15 Provinzen organisiert.

Letzte Änderung am Donnerstag, 30 Juni 2016 15:31